Gästelisten in der Coronakrise - Alles was Sie wissen müssen

Gästelisten in der Coronakrise - Alles was Sie wissen müssen

Seit einigen Wochen sind sie fast überall Pflicht, Gästelisten in der Gastronomie. Um mögliche Infektionsketten, in der Corona Krise verfolgen zu können, müssen Gäste in der Gastronomie einen kleinen Zettel ausfüllen und dort Ihre Kontaktdaten hinterlassen. Doch dabei gibt es einiges zu beachten, zum einen dürfen nur bestimmte Daten erhoben werden, die Gäste müssen entsprechende Informationen erhalten können und ganz wichtig ist hier natürlich der Datenschutz.

Welche Daten sollen aufgenommen werden?

Welche Daten von den Gästen benötigt werden, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Registrierungspflicht gilt in 11 Bundesländern und sieht wie folgt aus:

  • Baden-Württemberg: Name, Telefon und Anschrift jedes Gastes
  • Bayern: Name und Telefonnummer einer Person pro Familie/Gruppe
  • Bremen: Kontaktdaten jedes Gastes
  • Hessen: Name, Telefon und Anschrift jedes Gastes
  • Niedersachsen: Kontaktdaten jedes Gastes
  • Nordrhein-Westfalen: Kontaktdaten jedes Gastes
  • Rheinland-Pfalz: Name, Telefon und Anschrift jedes Gastes
  • Saarland: Name, Erreichbarkeit und Wohnort jedes Gastes
  • Schleswig-Holstein: Name, Telefon, E-mail und Anschrift jedes Gastes
  • Sachsen-Anhalt: Name, Telefon, E-mail und Anschrift einer Person pro Familie/Gruppe

Dem Betreiber der Gastronomie ist es erlaubt, die Daten mit dem Personalausweis der jeweiligen Person zu vergleichen, darf diesen aber nicht kopieren oder ein Foto von diesem machen.

Gäste Informieren

Nach Art.12 der DSGVO müssen Gastronomen Ihre Informationspflicht erfüllen. Den Gästen ist über einen Aushang, Infoblatt oder ähnlichem mitzuteilen:

  • welche Daten erhoben werden
  • warum Daten erhoben werden
  • wie lange Daten erhoben werden
  • welche Rechte die Gäste haben

Wie die Daten erheben?

Gästelisten in Papierform sind eine gute Option, schnell die Daten der Gäste erfassen zu können. Einzelne Zettel für jeden Gast zum selbst ausfüllen können bereitgelegt werden. Damit die Daten nicht für jedermann ersichtlich sind, sollten diese Zettel am besten in eine Art Urne, Kiste oder Briefkasten gesammelt werden. Die Daten gesammelt auf einer Liste zu erfassen ist nicht sinnvoll, da es hier zu eventuellen Verstößen gegen den Datenschutz kommen kann.

Digitale Gästelisten sind ein schneller und umweltfreundlicher Weg die Daten zu erfassen, dabei ist jedoch auch darauf zu Achten, dass nicht jeder Zugriff auf diese Daten erhält.

Wie lange müssen die Daten aufbewahrt werden?

Je nach Bundesland müssen die erfassten Daten etwa zwischen 3-4 Wochen aufbewahrt werden. Nach diesem Zeitraum müssen diese Daten gelöscht bzw. vernichtet werden. Diese Dauer richtet sich nach der Inkubationszeit des Virus, nach ablaufen dieser Zeit, besteht keine Ansteckungsgefahr und die Daten werden nicht weiter benötigt.

Die Listen sollten daher am besten nach Datum sortiert aufbewahrt werden, damit diese nach Ablauf der Frist direkt entsorgt werden können

Gästelisten richtig löschen / entsorgen

Je nachdem ob die Gästelisten in Papierform oder Digital geführt werden unterscheidet sich das Löschen der Daten natürlich. Digitale Daten können schnell und problemlos restlos gelöscht werden, bei einem Löschen über den Papierkorb ist darauf zu Achten, diesen direkt zu Leeren, da ein einfaches Verschieben dorthin nicht Datenschutzkonform ist. Bei Gästelisten in Papierform ist darauf zu achten, diese nicht einfach in die Papiertonne zu werfen. Sämtliche Daten sollten vorab wenigstens geschreddert werden, damit dritte diese nicht einfach aus der Tonne holen können.

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